Kirchen-Knigge
Verhalten in der Kirche!
Vorüberlegungen:
Manieren und Benehmen haben wieder Konjunktur. Für viele Pädagogen ist es eindeutig, dass das Erlernen von Manieren für die Zukunftschancen von Schüler/innen ebenso wichtig ist wie die Kenntnis der Regeln von Rechtsschreibung oder Zeichensetzung.
Auch in der Kirche gelten seit alters her Verhaltensregeln. Durch Medien ist es auch heutigen Schülern ersichtlich (z. B. Papstbesuch etc.), dass Anreden und Gesten sich von denen im Alltag unterscheiden. Wer in Südeuropa urlaubt, lernt das Gespür kennen, in den Kathedralen
eine andere Kleidung vorzuziehen und sich dem Raum und Anlass gemäß zu verhalten.
Da schulischer Unterricht nicht nur Sachzusammenhänge bespricht, gehört auch das Verhalten zum Gegenstand des Unterrichts. Zu unterrichtlichen Reflexionen über ethische und sittliche Sachverhalte gehört eben auch, sich selbst sittlich benehmen zu können. Inhalte des Religionsunterrichtes benötigen Ausdrucksformen, z. B. auch das richtige Benehmen im Kirchenraum. Schüler/innen ist es durchaus einsichtig, dass Konzertsäle anderes Benehmen erfordern als Kinos, Turnhallen, Discotheken oder Schwimmbäder.
Kirchenräume sind nach katholischem Verständnis sakrale Räume (nach evangel. Verständnis Gebets und Versammlungsräume), in denen das „HEILIGE“ anwesend ist.
Kirche als Lernort des Glaubens ist nicht nur ein Lernort für Bilder und Gegenstände, sondern auch Lernort für richtiges Verhalten im Kirchenraum, das der Bedeutung des Raumes als Raum des Gebets, der Versammlung der Gemeinde, der Stille, der Anwesenheit des menschgewordenen Gottes, als heiliger Ort entspricht.
6 Empfehlungen für das Verhalten in Kirchenräumen
- Die Würde des Raumes lässt sich mit Kaugummikauen, Bonbonlutschen, Verzehren von Snacks etc. nicht vereinbaren.
- Eine dem Raum entsprechende Kleidung erscheint angemessen; z. B. Männer tragen keine Kopfbedeckungen, Frauen vermeiden ärmellose Kleider und tiefgeschnittene Dekolletierungen.
- Die Haltung beim Gebet sollte innerlich wie äußerlich stimmig sein. Kniebeugen oder aufrechtes Stehen sind Zeichen der Ehrfurcht und Demut (keinesfalls der Unterwerfung).
- Schweigen ist Ausdruck der Achtung und des Respekts vor den anderen Gläubigen, die beten wollen + innere Ruhe suchen. Das Schweigegebot im Kirchenraum entspricht der Heiligkeit des Raumes, der Anwesenheit Gottes (nicht nur im Sakrament).
- Angemessenes Gehen (kein Rennen) entspricht ebenfalls dieser Bedeutung des Raumes.
- Kerzenanzünden ist kein Spaß, sondern gläubiger Ausdruck der Hoffnung auf Erhörung des Gebets.
Kirche ist kein SPASSRAUM…aber sehr wohl ein Raum, in dem tiefe Freude aus dem Glauben sichtbar werden darf !
Autor: N. Nientiedt nach Gedanken von Prof. Dr. August Heuser